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Was ist eine Shot List? Definition & Vorlage

Sep 11, 2026

Was ist eine Shot List?

Eine Shot List (auf Deutsch auch Einstellungsliste oder Shotliste) ist eine schriftliche Aufstellung aller Kameraeinstellungen, die du für einen Film oder ein Video drehen willst. Sie beantwortet die simple, aber entscheidende Frage: Was genau muss vor der Kamera passieren – und in welcher Reihenfolge?

Stell dir die Shot List als Einkaufszettel für deinen Dreh vor. Jede Zeile ist ein einzelner Shot mit Nummer, Einstellungsgröße, Kamerabewegung und den beteiligten Figuren. Am Drehtag hakst du ab, was im Kasten ist. Nichts wird vergessen, nichts doppelt gedreht.

Profis planen so seit Jahrzehnten, weil eine gute Einstellungsliste im Film Zeit, Geld und Nerven spart. Das Beste daran: Du brauchst keine teure Software. Eine schlichte Tabelle reicht völlig.

Warum du ohne Shot List am Set verlierst

Ein Drehtag ist teuer und chaotisch. Licht ändert sich, Darsteller haben nur ein Zeitfenster, und Locations sind selten doppelt verfügbar. Wer ohne Plan filmt, merkt oft erst beim Schnitt, dass die entscheidende Nahaufnahme fehlt – da ist die Crew längst weg.

Die Shot List verhindert genau das. Sie zwingt dich, jede Szene vorab durchzudenken und deine Kameraeinstellungen zu planen, statt sie am Set zu improvisieren.

Drei konkrete Vorteile:

  • Vollständigkeit: Jeder nötige Shot steht auf der Liste. Vergessene Aufnahmen fallen bei der Planung auf, nicht in der Post-Produktion.
  • Tempo: Du drehst nach Location oder Licht sortiert statt nach Drehbuchreihenfolge und sparst dadurch massiv Zeit.
  • Kommunikation: Kamera, Ton und Regie wissen jederzeit, was als Nächstes drankommt.

Unterschied zwischen Storyboard und Shot List

Beide Werkzeuge werden ständig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten. Der Unterschied zwischen Storyboard und Shot List ist im Kern ganz einfach:

  • Das Storyboard zeigt in Bildern, *wie* eine Szene aussieht – Bildkomposition, Blickrichtung, Stimmung. Es ist visuell.
  • Die Shot List listet in Textform auf, *was* du aufnehmen musst – Nummer, Einstellungsgröße, Bewegung, Requisiten. Sie ist eine Checkliste.

Ein Storyboard beantwortet die Frage „Wie liest sich diese Szene?". Die Shot List beantwortet „Was muss ich tatsächlich abdrehen?". Wenn du unsicher bist, welches Werkzeug du zuerst brauchst, lies unseren Beitrag dazu, was ein Storyboard ist.

In der Praxis schließen sich die beiden nicht aus – im Gegenteil. Größere Produktionen nutzen beide: das Storyboard, um die visuelle Sequenz zu entwerfen, und die Shot List, um am Set nichts zu übersehen. Für ein kurzes Video reicht oft schon die Shot List allein.

Was gehört in eine Shot List?

Eine Shot List ist letztlich eine Tabelle. Welche Spalten du brauchst, hängt vom Projekt ab, aber diese Felder haben sich bewährt:

  • Shot-Nummer: Fortlaufende Nummer pro Einstellung, oft kombiniert mit der Szene (z. B. 12A, 12B).
  • Einstellungsgröße: Total, Halbtotale, Nahaufnahme oder Detail. Ein Überblick über alle Größen steht in unserem Guide zu den Einstellungsgrößen im Film.
  • Kamerabewegung: Statisch, Schwenk, Fahrt, Handkamera.
  • Beschreibung: Was passiert im Bild? Ein kurzer Satz genügt.
  • Location: Wo wird gedreht?
  • Darsteller & Requisiten: Wer und was muss im Bild sein.
  • Häkchen: Ein Kästchen zum Abhaken, sobald der Shot im Kasten ist.

Optional ergänzt du Objektiv, Licht oder Ton. Halte es aber übersichtlich – eine Shot List, die niemand lesen mag, hilft am Set nicht.

Shot List erstellen: Schritt für Schritt

Eine Shot List zu erstellen ist kein Hexenwerk. Geh so vor:

  • Drehbuch lesen und Szenen zerlegen. Markiere, welche Momente jede Szene braucht: Etablierung, Reaktion, Detail.
  • Pro Moment einen Shot festlegen. Überlege, welche Einstellungsgröße die Emotion trägt. Ein Streit wirkt in der Nahaufnahme anders als in der Totale.
  • Bewegung und Winkel notieren. Statisch oder Fahrt? Auf Augenhöhe oder Untersicht? Hier planst du deine Kameraeinstellungen im Detail.
  • Nach Drehlogik sortieren. Fasse alle Shots derselben Location zusammen, nicht nach Drehbuchreihenfolge.
  • Prioritäten setzen. Kennzeichne unverzichtbare A-Shots und optionale B-Shots. Wenn die Zeit knapp wird, weißt du, was zuerst muss.

Wenn du visuell arbeiten willst, kombiniere die Liste mit einem Storyboard. Eine kostenlose Storyboard-Vorlage hilft dir, beides parallel zu entwickeln.

Shot List Vorlage: der schnelle Einstieg

Du musst das Rad nicht neu erfinden. Eine einfache Shot List Vorlage ist eine Tabelle mit den oben genannten Spalten – erstellt in Google Sheets, Excel oder sogar per Hand auf Papier.

So sieht eine Zeile aus:

  • 1A | Total | statisch | Anna betritt das leere Büro | Büro | Anna | ☐

Dupliziere diese Zeile für jeden Shot, und deine Vorlage ist fertig. Beginne bewusst schlicht. Zu viele Spalten machen die Liste unübersichtlich, und du füllst sie am Ende gar nicht mehr aus.

Von der Planung direkt zum fertigen Film

Die klassische Shot List plant echte Dreharbeiten. Aber immer mehr Kurzfilme entstehen gar nicht mehr mit Kamera und Crew, sondern per KI – und auch dort ist das Denken in einzelnen Shots Gold wert.

Genau hier setzt Scriptly an. Du beschreibst deinem KI-Regisseur im Chat, welche Figuren, Orte und Szenen du willst, planst dein Storyboard Szene für Szene und generierst pro Einstellung kurze Videoclips – mit auswählbaren Takes, Voiceover, Untertiteln und Musik. Dein Shot-List-Denken übersetzt sich eins zu eins in die einzelnen Szenen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unser Guide zum KI-Kurzfilm erstellen.

Egal ob du klassisch drehst oder KI nutzt: Plane erst, filme dann. Starte dein erstes Projekt mit Scriptly und verwandle deine Shot List in einen fertigen Film.

Mehr zu Bildsprache und Kameraarbeit findest du übrigens in der Wikipedia-Übersicht zur Einstellung im Film) und im Artikel zum Storyboard.

FAQ

Was ist eine Shot List einfach erklärt?

Eine Shot List ist eine Tabelle mit allen Kameraeinstellungen, die du drehen willst. Jede Zeile beschreibt einen Shot mit Nummer, Einstellungsgröße, Bewegung und den beteiligten Figuren. Sie funktioniert wie eine Checkliste für den Drehtag.

Was ist der Unterschied zwischen Storyboard und Shot List?

Das Storyboard zeigt in Bildern, wie eine Szene aussieht. Die Shot List listet in Textform auf, was du aufnehmen musst. Das Storyboard ist visuell, die Shot List ist eine technische Checkliste. In der Praxis ergänzen sich beide.

Wie erstelle ich eine Shot List?

Zerlege das Drehbuch in einzelne Momente, lege pro Moment einen Shot mit Einstellungsgröße und Bewegung fest, sortiere die Shots nach Location statt nach Drehbuchreihenfolge und markiere unverzichtbare A-Shots. Eine einfache Tabelle genügt.

Welche Spalten braucht eine Shot List Vorlage?

Mindestens Shot-Nummer, Einstellungsgröße, Kamerabewegung, Beschreibung, Location, Darsteller und ein Häkchen zum Abhaken. Optional ergänzt du Objektiv, Licht und Ton. Halte die Vorlage bewusst übersichtlich.

Brauche ich für einen kurzen Film eine Shot List?

Ja, gerade dann. Auch bei kurzen Videos verhindert die Shot List vergessene Aufnahmen und spart Zeit am Set. Für kleine Projekte reicht oft die Shot List allein, ohne zusätzliches Storyboard.

Kann ich eine Shot List auch für KI-Videos nutzen?

Absolut. Das Denken in einzelnen Shots hilft auch bei KI-Kurzfilmen: Jede Einstellung wird zu einer eigenen Szene, die du gezielt beschreibst und generierst. Tools wie Scriptly setzen deine geplanten Shots direkt in Clips um.

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