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Animatic erstellen: Anleitung, Timing & Tipps

Sep 22, 2026

Bevor du eine einzige Szene aufwändig produzierst, willst du wissen, ob deine Geschichte im Fluss funktioniert. Genau dafür lohnt es sich, ein Animatic zu erstellen: Du reihst deine Storyboard-Bilder auf einer Zeitleiste aneinander, gibst jedem Bild seine echte Länge und legst rohen Ton darunter. Plötzlich siehst du das Timing, die Schnitte und die Löcher – bevor sie teuer werden.

Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du aus einem Storyboard ein sauberes Animatic machst, wie du das Timing findest und welche Fehler du dir sparst.

Was ist ein Animatic?

Ein Animatic ist die bewegte Vorstufe deines Films: die statischen Zeichnungen aus dem Storyboard, in Reihenfolge auf eine Timeline gelegt, jedes Bild so lange gehalten, wie die Einstellung dauern soll, dazu eine grobe Tonspur. Das Ergebnis ist ein einfaches Video, das dir die Form und den Rhythmus deiner Geschichte zeigt.

Der Sinn dahinter: Ein Animatic ist der günstigste Ort in der ganzen Produktion, um Fehler zu finden. Ein Bild umtimen kostet Sekunden – eine fertig gerenderte Szene neu machen kostet Stunden. Du testest Erzähltempo, Übergänge und ob eine Pointe sitzt, ohne dass ein einziger Frame final produziert ist.

Animatics kommen aus dem Animations- und Werbefilm, funktionieren aber für jedes bewegte Format: Kurzfilm, Musikvideo, Erklärvideo oder Social-Clip.

Animatic vs. Storyboard: Der Unterschied

Die beiden werden oft verwechselt, machen aber verschiedene Dinge. Ein Storyboard ist eine Serie stiller Einzelbilder. Es zeigt dir Bildaufbau, Kameraeinstellung und Handlung – aber es sagt nichts darüber aus, wie lange etwas dauert.

Ein Animatic nimmt genau diese Bilder und fügt zwei Dinge hinzu: Zeit und Ton. Erst dadurch bekommst du ein Gefühl für Tempo, für Schnittrhythmus und dafür, ob ein Dialog zu lang ist.

Kurz gesagt: Das Storyboard beantwortet „Was sieht man?“. Das Animatic beantwortet „Wie fühlt sich das im Fluss an?“. Wenn du den Unterschied zwischen Bild- und Textplanung vertiefen willst, hilft dir auch der Vergleich Storyboard vs. Drehbuch.

Vorbereitung: Drehbuch und Storyboard

Ein gutes Animatic braucht ein fertiges Fundament. Bevor du timst, sollte dein Drehbuch stehen – Beats, Dialoge und die wichtigen Momente sind fixiert. Änderst du hier später noch groß, timst du doppelt.

Dann brauchst du dein Storyboard: mindestens ein Bild pro Einstellung, mehr bei komplexer Action oder bei Kamerafahrten (dann je ein Bild für Anfang und Ende der Bewegung). Zeichentalent ist nicht nötig – Strichmännchen reichen, solange klar ist, wer im Bild ist und was passiert.

Hilfreich ist außerdem eine kurze Shot List mit nummerierten Einstellungen, Einstellungsgröße und einer groben Sekundenschätzung pro Shot. Damit fällt dir das spätere Timing deutlich leichter.

Animatic aus Storyboard machen: Schritt für Schritt

So baust du aus deinen Panels ein spielbares Animatic:

  • Bilder exportieren: Speichere jedes Storyboard-Panel als einzelne Bilddatei in der richtigen Reihenfolge und Nummerierung.
  • In den Editor importieren: Zieh die Bilder chronologisch in ein Schnittprogramm wie DaVinci Resolve, Premiere Pro, iMovie oder ein spezialisiertes Storyboard-Tool.
  • Standzeiten setzen: Gib jedem Bild seine geplante Dauer. Hier entsteht das eigentliche Timing (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
  • Scratch-Ton hinzufügen: Sprich die Dialoge grob selbst ein und leg eine provisorische Musik oder ein paar Soundeffekte darunter. Erst mit Ton spielt das Animatic wirklich.
  • Übergänge grob andeuten: Ein harter Schnitt genügt meist. Kamerafahrten kannst du mit einem einfachen Zoom oder Schwenk zwischen Start- und Endbild antäuschen.

Danach exportierst du das Ganze als normales Video (z. B. 1920×1080, MP4) und schaust es dir am Stück an. Genau dieser erste Durchlauf zeigt dir, wo es hakt.

Timing im Animatic richtig setzen

Das Timing ist der Kern – und die Wahrheit deines Films. Der zuverlässigste Trick: Lies deine Dialoge laut mit einer Stoppuhr und übernimm die tatsächliche Dauer. Was auf dem Papier knackig wirkt, zieht sich gesprochen oft.

Als grobe Startwerte für die Standzeiten kannst du dich hieran orientieren:

  • Establishing-/Totale: 3–6 Sekunden, damit der Zuschauer den Ort erfasst
  • Dialog-Einstellung: 2–4 Sekunden pro Bild
  • Schnelle Reaktion: 0,5–1,5 Sekunden für Energie und Tempo
  • Emotionaler Beat: 4–7 Sekunden, damit ein Moment atmen kann

Das sind Ausgangspunkte, keine Regeln. Entscheidend ist, wie sich der Schnitt tatsächlich anfühlt: Baut Spannung auf, halte länger; soll es treiben, schneide schneller. Wer die Wirkung von Kameraeinstellungen verstehen will, findet in den Einstellungsgrößen im Film nützliche Grundlagen. Schau dein Animatic mehrfach an und justiere nach – nach drei, vier Durchläufen hörst und siehst du jedes zu lange Bild.

Vom Animatic zum fertigen Film

Steht das Timing, hast du eine belastbare Blaupause: Jede Einstellung hat ihre Länge, der Ton sitzt grob, die Reihenfolge stimmt. Ab hier ersetzt du die groben Panels nach und nach durch echte Bilder oder Clips – die Struktur bleibt.

Genau an diesem Übergang setzt Scriptly an. Statt Storyboard, Timing und Videoschnitt in getrennten Programmen zu jonglieren, planst du im Chat mit einem KI-Regisseur Szene für Szene, generierst pro Szene kurze Videoclips mit auswählbaren Takes und renderst am Ende den kompletten Film mit Voiceover, wortgenauen Untertiteln und Musik. So wird aus deinem getimten Konzept ohne Schnitt-Vorkenntnisse ein fertiger KI-Kurzfilm.

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Fazit

Ein Animatic zu erstellen ist kein Extra-Aufwand, sondern eine Abkürzung: Du findest Timing-Probleme, wenn sie noch nichts kosten. Nimm dein fertiges Storyboard, gib jedem Bild seine echte Dauer, leg rohen Ton darunter – und du siehst zum ersten Mal, wie sich dein Film wirklich anfühlt. Von dort ist der Weg zum fertigen Video kurz.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Animatic und Storyboard?

Ein Storyboard besteht aus stillen Einzelbildern und zeigt Bildaufbau und Handlung. Ein Animatic legt diese Bilder auf eine Zeitleiste, gibt jedem eine Dauer und fügt Ton hinzu – so entsteht ein Gefühl für Tempo und Rhythmus.

Welche Software brauche ich, um ein Animatic zu erstellen?

Jedes Schnittprogramm reicht: DaVinci Resolve, Premiere Pro oder iMovie. Du importierst die Storyboard-Bilder in Reihenfolge, setzt Standzeiten und legst eine Tonspur darunter. Spezialisierte Storyboard-Tools sparen zusätzlich Handarbeit.

Wie lange sollte ein Bild im Animatic stehen bleiben?

Als Startwerte: Totale 3–6 Sekunden, Dialog 2–4 Sekunden, schnelle Reaktionen 0,5–1,5 Sekunden, emotionale Momente 4–7 Sekunden. Passe die Zeiten daran an, wie sich der Schnitt tatsächlich anfühlt.

Brauche ich Zeichenkenntnisse für ein Animatic?

Nein. Für das Timing zählt nur, dass klar ist, wer im Bild ist und was passiert. Strichmännchen oder einfache Skizzen genügen völlig, um das Erzähltempo zu testen.

Muss das Timing im Animatic schon final sein?

Nein, es ist bewusst grob. Das Animatic dient dazu, das Timing zu finden und zu korrigieren. Schau es mehrfach an und justiere die Standzeiten nach, bis der Rhythmus stimmt – das ist der günstigste Moment für Änderungen.

Kann ich aus einem Animatic direkt einen fertigen Film machen?

Ja. Das Animatic ist deine Blaupause mit fester Reihenfolge und Länge. Danach ersetzt du die groben Panels durch echte Clips – mit einem Tool wie Scriptly generierst du die Szenen im Chat und renderst den Film mit Ton und Untertiteln.

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